Isabelle und Rudolf

Ich lebe als Transgender Person mit meinen weiblichen und männlichen Anteilen. Im Inneren fühle ich mich ganz Eins und in beiden Welten zuhause. Im Äußeren zeige ich sowohl die weibliche als auch die männliche Seite, nach Lust, den Umständen und den Wünschen z.B. von Ihnen.

Als Transfrau sind mir die Themen aus dem queeren Feld persönlich vertraut. Ich kenne die Glückgefühle und die Verwirrung, die Ängste sich zu zeigen und die Verunsicherung des Umfeldes.

Ich biete Beratung für alle, die mit dem Thema Queer konfrontiert sind. Klarheit über sich selbst und ihre Situation gewinnen wollen, Coming Out Strategie, Kommunikation, Eltern, Geschwister, Freunde, Berufsumfeld und Partner, all das sind Themen, die in so einem Entwicklungsprozess angesprochen und bewältigt werden wollen. Hier unterstütze ich mit Zuversicht, Sensibilität und Erfahrung.

Eine Geschichte, die mit Rudolf beginnt und mit Isabelle weitergeht.

Rudolf

 

Nach dem Abitur ging ich – wie viele meiner Generation – daran die Welt zu verbessern, durch Studium und Aktivitäten in Wirtschaft und Politik. Die Welt, so wie ich sie wahrnahm, war kein glücklicher Ort. Eine völlig überraschend notwendige Augenoperation unterbrach für mehrere Wochen den angestrengten (überforderten?) Blick auf die Außenwelt und öffnete mir erstmals die Augen für meine Innenwelt. Ein Schock! Danach war nichts mehr wie vorher. Es folgten noch viele Jahre in der Wirtschaft, auch in Führungspositionen, mit immer mehr unbefriedigenden Kompromissen. Dann, im Jahr 1994, ging gar nichts mehr, ich wagte den endgültigen Aus- und Umstieg in die Freiberuflichkeit.

Mit dem Schock der Augenoperation begann ich, verunsichert und neugierig zugleich, eine Reise, die bis heute weitergeht. Ich suchte nach mir, nach meinem Ich, um der inneren Unsicherheit zu entfliehen. Ich suchte in der sichtbaren und auch in der unsichtbaren Welt. Ich suchte bei Menschen, bei Meistern, Schamanen und jenseits davon. Ich erwarb viel Wissen und Verständnis über Gesellschaft und soziale Prozesse. Ich konnte die Welt erklären. Ich bewegte mich auch vielseitig in der Welt. Hielt Seminare und Workshops. War Teil einer liebevollen Familie mit Frau und Kindern und vielen an- und aufregenden Kontakten.  Und doch fehlte mir etwas zum Glück. Es fehlte der Raum für mein Herz, für meine Gefühle und für Lebensfreude. Ich behielt ein Gefühl von Fremdheit und Anstrengung in der Welt.

Isabelle

 

Dann überrollte mich wieder eine Überraschung, ein neuerlicher Schock. Es begann ganz harmlos auf einer Party mit Tanztherapeut:innen, einer Garderobe zum fröhlichen Kleiderwechseln und Rollenspielen. Ich fand mich erst vorsichtig, dann aufgeregt in Rock und Kleid wieder, tief berührt, strahlend, beglückt, verwirrt über meinen inneren Aufruhr. Der ließ mich nicht mehr los. Einige Monate lebte ich in der Angst vor Ablehnung meiner „weiblichen“ Seite und der Sehnsucht, sie zu zeigen und zu leben. Dann fiel mir „Isabelle“ in den Schoß, einfach so. Als Name und als Bild einer wunderbaren Erweiterung meiner Persönlichkeit. Jetzt lache ich mehr, zeige meine Gefühle und mein lebendiges Herz. Vieles ist leichter, ich freue mich in und an der Welt und gehe liebevoller mit mir und ihr um. Und vor allem, ich vertraue dem „Wu wei“ des Tao, dem Fluss des Lebens, der mich getragen hat, auch wenn mir das noch nicht bewusst war.

 

Ich schätze meine „analytische“ (männliche? Rudolf?)-Seite und verbinde sie mit der fühlenden (weiblichen?) Herzensseite von Isabelle. So fühle ich mich angekommen in meiner Ganzheit. Im Kontakt mit Menschen in Beratung, Coaching und Therapie stellen beide Seiten ihre Fähigkeiten zur Verfügung, so wie es gerade unterstützend für die Entwicklung meiner Gesprächspartner:innen ist. Mit einem Mann/Frau Außenbild, wie es sich gerade für beide Seiten richtig anfühlt.

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